Wie mache ich meine Zukunft zur besten Lebenszeit?

Wenn der Blick nach vorne Wolken verhangen ist, ist es angeraten sich auf die nahe Zukunft zu konzentrieren. Wir bestimmen mit unserer Haltung und unserem Handeln, wie diese ausfallen wird. Wir erschaffen somit die Zukunft!

Das Problem mit Zukunftsprognosen

Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal gewünscht, wir könnten die Zukunft vorher sagen.

> Um es gleich vorneweg zu klären: DIE ZUKUNFT ist als TOTALES GANZES niemals prognostizierbar: Der berühmte Laplace`sche Dämon, nach dem man jedes Ereignis, jede „Lage“ der Zukunft genau vorherbestimmen kann, hätte man nur alle Daten, ist ein rein theoretisches Konstrukt von Denkern des 19. Jahrhunderts.  Das ist gut und logisch so. Denn wenn die Zukunft ABSOLUT bekannt wäre, gäbe es keine! Alles wäre eine einzige Gegenwart, die nie mehr aufhört – Evolution, Wandel, Veränderung, Innovation somit unmöglich.< zukunftsinstitut/zukunft-besser-voraussagen-koennen

Dennoch bemühen wir uns so gut es geht, in die Zukunft zu schauen. Regelmäßig finden Schlussbetrachtungen statt zu alle den ambinionierten Vorhaben, die wir am Silvesterabend getroffen haben. In der Arbeitswelt bedienen wir uns eines Regelwerks „Rückschau – Beurteilung – Vorschau“, um den Abschluss des Geschäftsjahres mit seinen ursprünglich hoffnungsfrohen Zielsetzungen zu erledigen und um daraus Ableitungen für die Zukunft zu treffen. Ohne jede Verschnaufpause springen wir in die Prognose und konstruieren die Zukunft. Das Fatale dabei: oft konstruieren wir die Zukunft nicht befreit. Wir nehmen Ängste und Enttäuschungen in die Prognose mit. Dabei wäre das Verarbeiten der Erfahrungen in der Gegenwart – als eine Art Haltestelle – dringend angeraten.

Wir formen die Zukunft

Bei Matthias Horx stoße ich auf den Begriff Regnose >In der Regnose projizieren wir uns selbst in die Zukunft. Wir beobachten uns beim Beobachten und schauen zurück. Dabei entsteht ein dynamisches Zukunftsbewusstsein: Wir erkennen, … dass wir selbst die Zukunft sind. Wir verstehen, dass die Zukunft nicht „auf uns zukommt“, sondern, dass wir sie durch unsere inneren Einstellungen, Handlungen und Entscheidungen selbst formen. Durch die Regnose treten wir in eine produktive Beziehung zur Zukunft. < zukunftsreport/das-prinzip-regnose. Die Gegenwart ist also Teil dieses dynamischen Zukunftsbewusstseins.

Time-Line-Arbeit im Coaching

Im Coaching existiert Regnose schon seit einigen Jahren als sogenannte Time-Line oder Zeitlinien Arbeit. «Walking the Time Line» ist als therapeutische Technik seit den 70er Jahren bekannt. In den 80er Jahren entdeckte der Hypnotherapeut Tad James, dass die bloße Vorstellung der Zeitachse genügt, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. Richard Bandler und John Grinder entwickelten aus der Erfahrung heraus, dass das Auffinden und Verarbeiten früherer Erfahrungen die Veränderungsarbeit sehr vertiefen kann, die „change history“ Methode (Bandler, Grinden 1997). Sie kann als eine Vorform der Time-Line-Arbeit betrachtet werden. Bis heute ist unklar, ob die Ursprünge der Time-Line in der Arbeit Richard Bandlers oder Tad James liegen, beide behaupten dies.

Wobei ist die Time-Line-Arbeit hilfreich?

  • Ziele festlegen und mittels Etappen erreichen
  • Vorhandene Ressourcen wahrnehmen – neue Ressourcen aktivieren
  • Wiederholende Ängste und Anstrengungen überwinden
  • Überzeugungen und Verhaltenmuster ändern

 

Wo liegt die Zukunft?

In welche Richtung würden Sie zeigen, wenn ich Sie frage, wo Ihre Vergangenheit liegt? Und in welche Richtung würden Sie zeigen, wenn ich Sie frage, wo Ihre Zukunft liegt?

Die Verbindung dieser beiden Richtungen bildet eine Linie, Ihre Zeitlinie. Unbewusst organisiert jeder Mensch seine Zeit räumlich im Verhältnis zu sich. Wenn Sie noch nicht sicher sind, wo sich für Sie die Vergangenheit und wo sich die Zukunft befindet, stellen Sie sich einfach vor, die Zeit wäre eine Linie, vielleicht ein Fluss (der Fluss des Lebens) oder eine Straße oder ein Weg (Lebensweg). In welcher Richtung befände sich dann die Vergangenheit und in welcher die Zukunft?

Wie die Zeitlinie verläuft, ist für jeden Menschen anders. Für manche Menschen liegt sie irgendwo vor ihnen und geht von links nach rechts oder auch von rechts nach links. Für andere Menschen kommt sie von hinten (mit der Vergangenheit im Rücken) und läuft durch den Körper/Kopf nach vorne in die Zukunft. Sie kann von schräg unten nach schräg oben verlaufen oder auch Kurven beschreiben. Wie auch immer die Zeitlinie in der Vorstellung verläuft, ist es vollkommen in Ordnung.¹

Die Gegenwart markieren

Die Zeitline lässt sich im Coaching gut mit einem Seil oder mit Bodenmarkierungen z.B. in Form von Post-its visualiseren. Dabei bestimmen Sie, wo Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart liegen. Die Gegenwart wird mit einem ausgewählten Symbol bzw. Gegenstand markiert.

Die Beobachterposition festlegen

Als nächstes gilt es eine Beobachterposition (Metaposition) außerhalb der Linie zu bestimmen. Diese Beobachterposition verschafft Überblick über die Zeitschiene, die Lage des Zieles auf der Timeline und die Interaktionen zur Zielerreichung. Von hier aus lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit zu werfen und alle Erfahrungen und (Überlebens-) Fähigkeiten zu würdigen, die dazu geführt haben, dass Sie jetzt da stehen, wo Sie stehen.

Ohne Erwartungsangst in die Zukunft

Von der Gegenwart gehen Sie Richtung Ziel. Der Weg wird langsam abgeschritten und mit Zwischenstationen oder Ressourcen bestückt. Am Ziel angekommen wird mit allen Sinnen (VAKOG) erlebt, wie es ist, wenn das Ziel erreicht ist. Um Auswirkungen des Ziels einzubetten, lohnt es sich einmal mehr in die Beobachterposition zu gehen. Zurück in der Gegenwart blicken Sie wieder Richtung Ziel, um die benannten Ressourcen zu festigen.

Schritt für Schritt positiv motiviert

In der Time-Line-Arbeit gehen wir Coaches mit Ihnen also gleichsam „Schritt für Schritt“ aus der Gegenwart in die persönliche Vergangenheit und weiter in die Zukunft. Durch die Bewegung in der Zeit nehmen Sie eine reflektierende Position ein, suchen nach Meilensteinen Ihrer bisherigen beruflichen und persönlichen Entwicklung und nutzen Ihre Ressourcen für die Zukunftsplanung. Das Tool fördert eine optimistische Grundhaltung, eine Öffnung für weitere berufliche und persönliche Optionen und die Konkretisierung von Handlungsschritten.

Die Zukunft kann widrig und mau scheinen. Mit einer Timeline-Coaching-Session gehen Sie gefestigt und zielsicher in Ihre gestaltete Zukunft.

Für Coaches gibt es hier eine spannende Anleitung zur Zeitlinien-Arbeit in Verknüpfung mit einem weiteren Tool!

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